Solution: Risikomanagement-Zertifizierung | ONR 49001

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Informationen

Die Wirksamkeit eines gelebten Risikomanagementsystems ist für Organisationen von entscheidender, oft auch existentieller Wichtigkeit. Dazu ist eine Systematik erforderlich, das die geforderte Transparenz und Nachvollziehbarkeit sicherstellt. Risikomanagement stellt diese Systematik dar und ist ein zyklischer Prozess zur Identifikation, Bewertung und Steuerung der Unternehmensrisiken. Mit der ÖNORM ONR 49001 ist ein auch international anerkannter und inhaltlich sehr guter Managementsystemstandard geschaffen bzw. beschrieben, welcher die Elemente des Risikomanagementsystems nachvollziehbar und überprüfbar festlegt und nach dem auch zertifiziert werden kann. Die ONR 49001 entspricht im Wesentlichen sinngemäß und auch inhaltlich der ISO 31000, geht aber in Zielsetzung und Inhalten darüber hinaus. Die Elemente des Risikomanagementsystems sind differenzierter dargestellt, um eine objektive Überprüfbarkeit sicherzustellen.

Der Standard richtet sich an mittelständische Unternehmen ebenso wie an die Großindustrie, vom Dienstleister bis zum Produzenten, quer durch alle Branchen. Jedes Unternehmen, das über den risikobasierten Ansatz der Managementsystemnorm hinaus ein vertieftes Risikomanagement betreiben möchte und dies am Markt durch eine Zertifizierung zeigen möchte, sollte sich für eine Zertifizierung nach ONR 49001 entscheiden.

Die Voraussetzung dafür ist ein dokumentiertes und in der Organisation integriertes bzw. gelebtes Risikomanagementsystem.

Das Zertifikat (siehe Musterzertifikat) besitzt eine Gültigkeitsdauer von drei Jahren und darf entsprechend der Zertifizierordnung zu Werbezwecken verwendet werden. Das Zertifizierungslogo kann beispielsweise auf Briefpapier, der Website (jeweils in Zusammenhang mit der Organisation) verwendet werden. Die jeweils geplante Verwendung muss aus rechtlichen Gründen durch die Zertifizierungsstelle freigegeben bzw. bestätigt werden.

Vorteile

Durch die Zertifizierung visualisiert ihr Unternehmen, dass es sich sowohl der Unternehmensrisiken wie auch der Risiken in den Prozessen bewusst ist und diese auch entsprechend managet. Neben bekannter Risiken in der Dienstleistungs- bzw. Produktrealisierung werden auch Risiken die im Kontext der Organisation stehen, identifiziert und beherrsch, wodurch eine kontinuierliche und nachhaltige Leistungserbringung sichergestellt werden soll.

Ein funktionierendes Risikomanagementsystem führt in weiterer Folge durch vorausschauendes Maßnahmenmanagement zu einer Kostenreduktion. Es soll dazu dienen, Informationen und Analysen auf der Grundlage von Beweisen zu erhalten, anhand derer nachvollziehbare Entscheidungen getroffen werden können, wie bestimmte Risiken zu behandeln sind und wie zwischen verfügbaren Optionen ausgewählt werden kann.

Ihre Vorteile:

 

  • Das Risiko verstehen und dessen mögliche Auswirkungen auf die Zielsetzungen begreifen
  • Informationen für Entscheider liefern
  • Zum Verständnis der Risiken beitragen, um so besser die richtige Auswahl zwischen Behandlungsoptionen treffen zu können
  • Die wichtigen Beiträger zu Risiken und Schwachstellen in Systemen und Organisationen ermitteln
  • Die Risiken mit denjenigen alternativer Systeme, Technologien oder Vorgehensweisen vergleichen
  • Risiken und Ungewissheiten ermitteln und melden
  • Bei der Aufstellung von Prioritäten mithelfen
  • Nach Vorfällen die auslösenden Gründe ermitteln und zur Vermeidung neuer Vorfälle beitragen
  • Verschiedene Formen der Risikobehandlung auswählen
  • Behördliche Vorschriften erfüllen
  • Informationen liefern, anhand derer die Vertretbarkeit von Risiken gemäß vorgegebener Kriterien beurteilt werden kann
  • Die Risiken für die Entsorgung am Lebensende beurteilen

Ablauf ONR 49001-Zertifizierung

Ein Zertifizierungsprozess dauert in der Regel zwischen drei und fünf Wochen. Den genauen Aufwand, sowie Dauer und Kosten legen wir mit Ihnen gemeinsam vor dem Zertifizierungsprozess fest.

1. Informationsgespräch
Bei einem unverbindlichen und kostenlosen Gespräch informieren wir Sie über die Vorgehensweise zur Erlangung Ihres Zertifikats. Weiters werden u.a. folgende Punkte geklärt:

  • Grundsätzliche Voraussetzungen für eine Zertifizierung
  • Ziele und Nutzen der Zertifizierung
  • Abgleich der Unternehmensdaten und Festlegung des Geltungsbereiches der Zertifizierung
  • Besprechung Ihrer spezifischen Anforderungen und Wünsche
  • Festlegung der nächsten erforderlichen Schritte in Richtung Zertifizierung

Auf Basis dieses Informationsgesprächs erhalten Sie ein individuelles und auf Ihre Organisation maßgeschneidertes Angebot.

2. Beauftragung
Sind Sie mit dem gestellten Angebot zufrieden, wird die Zertifizierungsstelle beauftragt. Nachdem Sie eine Auftragsbestätigung erhalten haben, beginnt der Zertifizierungsprozess mit einer gemeinsamen terminlichen Abstimmung mit dem/der verantwortlichen Auditor_in.

3. Voraudit (optional)
Auf Wunsch kann ein Voraudit durchgeführt werden. Anhand eines gemeinsam definierten Rahmens werden entweder spezielle Bereiche bzw. Prozesse oder die Gesamtsituation Ihrer Organisation auditiert. Dabei werden etwaige Schwachstellen in der Dokumentation und der Implementierung des Systems aufgezeigt. Ein Voraudit kann Ihnen auf Wunsch einen Statusbericht in Bezug auf die grundsätzliche Zertifizierungsfähigkeit, eine Detailexpertise zu einzelnen Prozessen oder der Konformität zu einzelnen Forderungspunkten der jeweiligen Norm geben. Die Auditmethodik entspricht dabei jener des Zertifizierungsaudits.

4. Zertifizierungsaudit Stufe 1
Das Stufe-1-Audit dient zur Feststellung Ihrer Zertifizierungsfähigkeit. Standortspezifische Bedingungen werden beurteilt und notwendige Informationen bezüglich des Geltungsbereichs gesammelt. Folgende Hauptpunkte werden vorwiegend in der Auditstufe 1 behandelt:

  • Prüfung der Dokumentation auf Konformität und Vollständigkeit im Abgleich mit den jeweiligen Normanforderungen.
  • Status der Implementierung des Managementsystems im Unternehmen: Lässt das vorhandene Management sowie der Implementierungsgrad des Managementsystems in der Organisation grundsätzlich eine Zertifizierung zu oder fehlen noch entscheidende Details?

Vor Durchführung der Auditstufe 2 wird mit dem erlangten Wissen zu Ihrer Organisation und dem Managementsystem eine Auditplanung für das eigentliche Zertifizierungsaudit erstellt und mit Ihnen abgestimmt.

5. Zertifizierungsaudit Stufe 2
Im Rahmen der Stufe 2 wird in Ihrem Unternehmen die Wirksamkeit des eingeführten Managementsystems überprüft. Dabei werden in Abteilungen bzw. Organisationseinheiten und entlang der Prozessketten Stichproben zu allen Anforderungen gezogen.
Grundlagen der Auditierung sind:

  • Auditplanung
  • die jeweilige Zertifizierungsnorm bzw. darin festgelegte einzelne Normforderungen
  • organisationsspezifische Dokumente
  • allgemeine und branchenspezifische Grundlagen (Gesetze, weiterführende, branchenspezifische, erforderliche Normierungen,..)

Nach Auswertung und Bewertung der Ergebnisse werden Ihnen im Rahmen des Abschlussgesprächs bereits das Auditergebnis sowie eventuelle Mängel bzw. Abweichungen mitgeteilt. Bei Abweichungen werden Korrekturmaßnahmen festgelegt.

6. TÜV AUSTRIA-Zertifikat
Die tatsächliche Zertifizierung wird nach erfolgter erfolgreicher Auditierung und Berichtslegung auf Basis des Auditberichtes durch die Zertifizierungsstelle des TÜV AUSTRIA ausgesprochen. Das Zertifikat wird ausgestellt, sofern die folgenden Zertifizierungsvoraussetzungen erfüllt sind:

  • Dokumentation und Implementierung des Managementsystems
  • Zertifizierungsübereinkommen (Bestätigung des Zertifizierungsangebots, der Zertifizierordnung und der AGB)
  • positiv absolviertes Audit und damit eine entsprechende Empfehlung Ihres Auditteams an die Zertifizierungsstelle

Ein Zertifikat wird für eine Laufzeit von drei Jahren ausgestellt. Um die Gültigkeit des Zertifikates über die gesamte Laufzeit aufrecht zu erhalten, ist die jährliche Durchführung bzw. der jeweils positive Abschluss eines Überwachungsaudits (12 Monate und 24 Monate nach Ausstellung des Zertifikates) erforderlich.

7. Überwachungsaudits
Beim jährlich durchzuführenden Überwachungsaudit werden die Wirksamkeit und die Weiterentwicklung des Managementsystems stichprobenartig überprüft. Überwachungsaudits sind in Bezug auf den Auditumfang kürzer und umfassen einerseits von Akkreditierern vorgegebene Themen, im Auditplan genannte Schwerpunkte und gehen auf die Mängel des letzten Audits ein.

8. Re-Zertifizierungsaudit
Dieses muss vor Ablauf der Gültigkeit des Zertifikats (i. d. Regel nach drei Jahren) durchgeführt werden. In einem Re-Zertifizierungsaudit (oft auch Wiederholungsaudits genannt) werden wie bei einem Zertifizierungsaudits alle Forderungspunkte stichprobenartig überprüft. Der Aufwand dieses wiederholenden Zertifizierungsverfahrens ist gegenüber einem Erstzertifizierungsverfahren verkürzt (ca. 2/3 der Auditzeit eines Erstzertifizierungsverfahrens).

Nach positiver Zertifizierungsentscheidung wird erneut ein Zertifikat mit einer Gültigkeit von drei Jahren ausgestellt.

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